Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau,

Ihr sollt begreifen, wie überwältigend groß die Kraft ist, mit der Gott an uns, den Glaubenden, wirkt.

Epheserbrief 1,19

Am 11. April 1945, vor 75 Jahren, eroberten US-amerikanische Truppen das thüringische Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Die SS-Aufseher hatten bereits das Weite gesucht. Nun kamen die noch lebenden 21.000 Häftlinge frei. Den abgemagerten Gefangenen erschien die Macht ihrer Retter überwältigend groß. So formulierten es später viele von ihnen auf berührende Art und Weise.

Manche von uns, die lange krank waren, staunen, wenn sie wieder gesund werden. Die Geburt eines Kindes ist immer wieder ein Wunder. Und wer einem Autounfall knapp entrinnt, atmet erleichtert auf. Viele danken Gott für ihre täglichen Mahlzeiten, für den guten Schlaf und eine erfüllende Arbeit. Weil diesalles keine Selbstverständlichkeit ist. 

Ja, es ist Gott, der auf vielfache Weise seine Macht beweist: Er schuf unseren wunderbaren Planeten in diesem geheimnisvollen Universum allein durch „sein Wort“, was immer damit auch gemeint sein mag. Er speiste die Israeliten auf ihrer Wüstenwanderung über Jahrzehnte hinweg mit Manna, einem ihnen bis dahin unbekannten Stoff, den sie staunend „Himmelsbrot“ nannten. Er führte ein riesiges Volk trocken durch den Jordan, während sich das Hochwasser zum Wall staute. Das überliefert jedenfalls das biblische Buch Josua (Kapitel 3). Er soll lt. Bibel sogar den Lauf der Sonne gestoppt und so für die Seinen einen wichtigen Tag verlängert haben.  

Und er ließ Jesus von Nazareth am Kreuz sterben und erweckte ihn am Ostermorgen zum „ewigen Leben“. Er gab den Glaubenden aller Jahrhunderte seinen „Heiligen Geist“ und rief so weltweit christliche Gemeinden ins Leben. Auch in Berlin. Zum Beispiel in der Tegeler Gorkistraße 127 und in der Zeppelinstraße 11 im Falkenhagener Feld.

Uns Christinnen und Christen verspricht er die Ewigkeit. Auch wenn wir nicht wissen, was das genau ist und wie sie sich anfühlen wird. Wenn wir sterben, sind wir für immer bei ihm. Diese Zusage tröstet mich ungemein. Ich habe mir genau deshalb vorgenommen, ihm zu vertrauen.

Unzählige Wunder vollbrachte und vollbringt Gott. Paulus, der das auf seinen Missionsreisen immer wieder erlebte, betet im Epheserbrief (1, 15 – 23) dafür, dass die dortigen Gemeindeleute genau das begreifen! 

Begreifen kann nur jemand, der nachdenkt und sich die Ergebnisse zu Herzen nimmt. Dieser Text des Neuen Testaments, auf den ich zufällig stieß, regt mich gegenwärtig an, über folgende Fragen nachzudenken: 

1. In welchen Zeiten meines Lebens habe ich Gottes Stärke erlebt?

2. Wie hat er mich beschützt?

3. Gehört zu meinen Erfahrungen auch die, dass Gott mich heilte?

4. Konnte ich erleben, dass Gott meine Verhältnisse so begleitete, dass aus Gegnern Freunde wurden?

5. Wie entstand nach einer tiefen Enttäuschung neues Vertrauen?

6. Was verstehe ich unter Gottes Segen?

Wer über seine Erfahrungen mit Gott nachdenkt, spürt nicht selten, wie dankbar sein Herz plötzlich wird.

Und begreift: Gott ist überwältigend groß. Er ist auch heute noch handlungsfähig. 

Diese Einsicht verändert. Unser Denken. Mein Reden. Ihr Handeln. Gott sei Dank!

Herzlichst, Ihr/Euer Pastor Matthias Zehrer

DIE LOSUNG VOM 19. APRIL

Er behütet sein Volk wie seinen Augapfel.

5. Mose 32,10

AUS DEM DAZUGEHÖRIGEN LEHRTEXT

Fürchte dich nicht, du kleine Herde!

Lukas 12,32

Zum Sonntag, 19. April

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