Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau!

Mit Reden aufhören ist besser als mit Reden anfangen. Ruhig Blut bringt weiter als ein heißer Kopf.

Prediger 7,8

Wann genau finden wir einen Film oder ein Buch eigentlich langweilig?

Für mich ist das dann der Fall, wenn sich die Handlung oder das Thema auf Nebenwegen verliert. Wenn ich den roten Faden nicht mehr erkennen kann und die Geschichte um Fragen kreist, die mir nichts bedeuten.

Auch im echten Leben gibt es Momente, in denen ich mir wünschen würde, dass mein Gegenüber – im Radio, Fernsehen oder in Natura endlich aufhören würde, zu reden.

Manchmal geht es mir auch in kirchlichen Kreisen so: wenn sich Redebeiträge bei Tagungen scheinbar nicht mehr um die Sache selbst, sondern um persönliche Befindlichkeiten drehen. Selbst in Gebetsgemeinschaften entdecke ich, wie Betende in erstaunlicher Weise zu GeschichtenerzählerInnen werden und Informationen, die noch nicht alle wissen können, zum Hauptbestandteil ihrer „Rede“ machen.

Natürlich meinte der „Prediger“ im Alten Testament keine langweiligen Bücher oder Filme. Das zeigt schon das hebräische Wort, das er hier für „reden“ benutzt. Man könnte es ebenso gut und viel allgemeiner mit „Sache“ oder „Angelegenheit“ übersetzen. „Das Ende einer Sache ist besser als ihr Anfang.“ So versucht die „Hoffnung für alle“, den Vers wiederzugeben.

Das klingt ganz anders. So gesehen wird klar, worum es dem Prediger wirklich geht: Um das Leben selbst. Um den Unterschied zwischen einem belanglosen, nebensächlichen Leben und einem sinnvollen, erfüllten Leben.

Viele Denkerinnen und Denker vorher und nachher versuchten sich an der Frage nach einem guten und glücklichen Leben.

Die Weisheit, mit der der Prediger es tut, zeigt sich für mich darin, dass er sich weder in Theorien verliert noch dazu hinreißen lässt, seinen Leserinnen und Lesern ein fertiges Rezept vorzulegen.

Nein, er lenkt den Blick stattdessen auf etwas anderes: auf das Ende. Denn wer das Ende im Blick hat – sei es das Ende des Tages, das Ende einer Tagung, das Ende eines Ausnahmezustandes, das Ende einer Auseinandersetzung oder sein persönliches Lebensende -, bekommt plötzlich eine Ahnung davon, was nachhaltig ist und damit sinnvoll, weil ganzheitlich.

Mir hilft dieser Gedanke oft, den roten Faden wiederzufinden, der mir an manchen Tagen leicht verloren geht.

Dann prüfe ich mich: War mein Tag wirklich erfolgreich, wenn ich andere Menschen beeindruckt oder mich selbst behauptet habe? Was könnte diesem Tag heute einen guten Sinn geben? 

Und ich begreife es und beginne, zu staunen: Weil mein Leben ein Ende hat, ist es so kostbar!

Aber erst, weil Gott versprochen hat, am Ende einen neuen Anfang zu schaffen, bekommt mein Leben wirklich einen guten, bleibenden Sinn.

Ich habe mir vorgenommen, das nicht zu vergessen.

Herzlichst, Ihr Pastor Matthias Zehrer

(Mit diesem Impuls endet die Andachtsreihe des Pastors in der Zeit ohne gemeinsame Gottesdienste in der Kreuz- und Erlöserkirche.                                                         

Ab Sonntag, 10. Mai 2020 dürfen wir uns wieder zu Gottesdiensten treffen. Bitte lesen Sie dazu den nachfolgenden Abschnitt „Informationen am Sonntag, 10. Mai 2020!“)

DIE LOSUNG VOM 10. MAI 2020:

Tu, was dir vor die Hand kommt; denn Gott ist mit dir.

1. Buch Samuel 10,7

DER DAZUGEHÖRIGE LEHRTEXT:

Der Herr aber wird dir in allen Dingen Einsicht geben.                                                              

2. Timotheusbrief 2,7

INFORMATIONEN AM SONNTAG, 10. MAI 2020: 

Absage von übergemeindlichen Terminen, von Veranstaltungen in der Kreuzkirche Spandau und in der Erlöserkirche Tegel sowie Einschränkungen unseres derzeitigen gottesdienstlichen Lebens:  

Siehe ZUM START IN DEN EXIT (06. MAI) | INFORMATIONEN AM SONNTAG, 03. MAI | INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 29. APRIL | INFORMATIONEN AM SONNTAG, 26. APRIL | INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 22. APRIL | INFORMATIONEN AM SONNTAG, 19. APRIL !                                                     

Wann und wie unsere Gottesdienste wieder stattfinden können:                                                                         

Unsere Gottesdienste beginnen am Sonntag Kantate, 10. Mai 2020!                                    

– Kreuzkirche Spandau: 10 Uhr | Predigt: Laienprediger Thomas Wothe,                                                          

– Erlöserkirche Tegel: 10.30 Uhr | Predigt: Pastor Matthias Zehrer.

Aus diesem Anlass möchte ich zu einer Aktion aufrufen: Bitte machen Sie sich doch heute noch Gedanken darüber, was Sie in den zurückliegenden Wochen so alles bewegte, und wofür Sie Gott dankbar sind. Schreiben Sie es bitte in aller Kürze und gut leserlich zu Hause auf einen Zettel. Werfen Sie diesen am Sonntag, 10. Mai am Kircheneingang in eine auf einem Tisch bereitstehende Schale. Ihre Gedanken werden dann im Gottesdienst anstelle einer Zeit der Gemeinschaft, die im Moment nicht möglich ist, verlesen. In Spandau wird das Wolfgang Schmidt übernehmen, in Tegel Matthias Zehrer.

Wir freuen uns auf Ihren Input!                               

Auch zu den Sonntagsgottesdiensten der kommenden Wochen zur jeweils gleichen Zeit lade ich Sie herzlich ein!

Leider können wir derzeit keine Sonntagsschule, KinderKirche oder Kinderbetreuung anbieten. Auch ein Kirchenkaffee darf momentan nicht sein. Mund/Nasen-Masken sind in unseren Gottesdiensten nicht zwingend erforderlich, auch für die Predigenden nicht, werden aber empfohlen. Bei Bedarf bitte ich Sie darum, eine Mund/Nasen-Maske mitzubringen, da wir in unseren Kirchen keine vorrätig haben. Und nochmals: Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass wir in diesen Wochen in unseren Gottesdiensten nicht gemeinsam singen dürfen.                                                       

Lesen Sie dazu auch die INFORMATIONEN AM  SONNTAG, 03. MAI 2020! Sie finden Sie im Anschluss an die Andacht zum 03. Mai 2020!                                                                                                                   

Am Donnerstag, 07. Mai haben wir uns als Pastorinnen und Pastoren des Berliner Distrikts zu einer letzten Video-Konferenz vor dem erlaubten Starttermin 10.05. versammelt und gemeinsam mit Superintendent Gabriel Straka alle noch offenen Fragen erörtert.

Nachfolgend möchte ich in Auszügen aus der Konferenz berichten:                                                                                                               

1. PräsenzGottesdienste

Die Gemeinden auf dem Berliner Distrikt starten die Gottesdienste in ihren Kirchen zu unterschiedlichen Terminen:  Am Sonntag, 10. Mai beginnen unsere Gemeinden in B-Spandau, B-Tegel, B-Oberschöneweide, B-Marzahn, Zepernick, Oranienburg, Neuruppin, Eberswalde, Potsdam und Cottbus, in ihren Kirchen Gottesdienste zu feiern.                                                                                   

Unsere Gemeinden in Rostock und Neubrandenburg starten an diesem Sonntag ebenfalls, feiern ihre Gottesdienste jedoch aufgrund der in Mecklenburg-Vorpommern geltenden Abstandsregeln in Kirchen der Ökumene.                           

Unsere Gemeinde in B-Charlottenburg beginnt am Sonntag, 17. Mai, unsere Gemeinde in B-Friedenau am Sonntag, 24. Mai. Und unsere Gemeinden in B-Friedrichshain, B-Kreuzberg und B-Neukölln feiern ab Pfingstsonntag, 31. Mai wieder Gottesdienste vor Ort. Unsere Gemeinde in B-Wittenau hatte bis zum 07. Mai noch nicht geplant, wann sie wieder mit Gottesdiensten beginnen wird. In unserer Gemeinde in B-Lankwitz wird es auf absehbare Zeit keine gemeinsamen Gottesdienste in der Kirche geben. Auch unsere internationale Gemeinde in B-Charlottenburg verzichtet weiterhin auf gemeinsame Gottesdienste vor Ort.

Wie viele Menschen gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen, richtet sich danach, wie viele Stühle im Abstand von mindestens 1,5 Metern (nach allen Richtungen hin) in unseren Kirchen aufgestellt werden können. Im Land Berlin dürfen insgesamt maximal 50 Personen zzgl. Akteure gemeinsam in einer Kirche Gottesdienst feiern. Wir sind verpflichtet, am Eingang die Namen und Anschriften unserer Gottesdienstbesuchenden in Listen einzutragen, um evtl. Infektionsketten nachverfolgen zu können. Diese Listen führen in Spandau Wolfgang Schmidt und in Tegel Jürgen Huppenbauer. Sie müssen 21 Tage lang aufbewahrt werden, in Spandau bei Wolfgang Schmidt, in Tegel bei Matthias Zehrer. In unseren Gottesdiensten dürfen „keine Gegenstände herumgereicht werden“, deshalb teilen wir auch keine Gesangbücher oder Abendmahlskelche aus, reichen keine Mikrofone für Redebeiträge und geben auch keine Kollektenschalen durch die Reihen. Bitte legen Sie Ihre Kollekte im Vorübergehen in eine Schale auf einem Tisch am Ausgang. Vielen Dank! Und vermeiden Sie bitte derzeit auch, einander die Hand zu reichen oder sich zu umarmen. 

2. Sendungsgottesdienst mit dem Bischof                                                 

Alle drei Jährlichen Konferenzen fallen in diesem Jahr aus. Dafür gibt es am Sonntag, 21. Juni 2020 – ähnlich wie zu Karfreitag – einen zentralen Gottesdienst mit Bischof Harald Rückert aus der Ägidienkirche in Erfurt. Allen EmK-Gemeinden in Deutschland wird empfohlen, diesen Gottesdienst nach Möglichkeit in ihre Kirchen zu übertragen. Es wird ein Sendungsgottesdienst sein, in dem auch die diesjährigen Dienstzuweisungen ausgesprochen werden. Zuletzt fiel übrigens eine Jährliche Konferenz im Jahr 1743 aus. Da lebte John Wesley noch.  

3. Norddeutsche Jährliche Konferenz                                                                                                                     

Unsere JK erlebt gerade einen Rückgang der Anzahl ihrer Pastorinnen und Pastoren im aktiven Dienst. U.a. durch Eintritt in den Ruhestand, Transferierung in eine andere JK oder Eintritt in eine Sabbatzeit. Derzeit ist zudem kein Nachwuchs in Sicht, was den Verantwortlichen bzgl. der auszusprechenden Dienstzuweisungen zunehmend Sorge bereitet.  

4. Zentral- und Generalkonferenz                              

Die anstehende „Ordentliche Generalkonferenz“ in den U.S.A. wurde aufgrund der angespannten Situation auf einen noch unbestimmten Termin verschoben. Deshalb musste auch die geplante Zentralkonferenz, die im November d.J. in Zwickau stattfinden sollte, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Zu dieser Zentralkonferenz sollte eigentlich festgelegt werden, wie und wann der deutsche Zweig unserer Kirche neue Strukturen ausbildet, um den Ergebnissen der Diskussion um den Umgang mit Homosexualität in unserer Kirche Rechnung zu tragen. Das wird nun erst zu einem viel späteren Zeitpunkt möglich werden können. Nach unserer Ordnung werden Zentralkonferenzen (ZK) übrigens stets in einem Zeitfenster von 12 Monaten nach Generalkonferenzen (GK) abgehalten. Und erst eine GK rechtfertigt eine ZK.                   

5. Gemeinsame Sitzungen

Alle anstehenden Bezirkskonferenzen wurden bereits in den Herbst hinein verschoben. Die neuen Termine stehen noch nicht fest. Präsenz-Sitzungen der Bezirks- und Gemeindevorstände werden bis zu den jeweiligen Sommerferien ausgesetzt. An ihre Stelle sollen Video- oder Telefonkonferenzen treten. Ausnahmen können nur in dringenden Fällen und nach Rücksprache mit der zuständigen Superintendentin / dem zuständigen Superintendenten erfolgen. Versammlungen von Dienst- und Gemeindegruppen, Sitzungen von sonstigen Arbeitsgruppen sowie Wochenveranstaltungen werden ebenfalls bis dahin ausgesetzt. Die Lockerung, eine Aufhebung oder auch Verschärfung dieser Maßnahmen seitens unserer kirchlichen Stellen sind natürlich jederzeit möglich und werden dann den Gemeinden umgehend mitgeteilt. An jedem Mittwoch veröffentliche ich auf dieser Seite die neuesten Nachrichten aus der Kirche sowie die aktuellen Beschlüsse unserer Bezirksvorstände Spandau und Tegel – falls es diese geben sollte! J                                                                                                                    

6. Videokonferenzen der Hauptamtlichen 

Die nächsten Videokonferenzen der Pastorinnen und Pastoren des Berliner Distrikts finden am Mittwoch, 20. Mai | 9 Uhr sowie am 4. Juni statt.                      

Pastor M. Zehrer

Zum Sonntag, 10. Mai

Ein Gedanke zu „Zum Sonntag, 10. Mai

  • 10. Mai 2020 um 19:10
    Permalink

    Wer an diesem, ersten Gottesdienst in der Erlöserkirche nach acht Wochen erzwungener „Abstinenz“ aus Frust über die Einschränkungen nicht teilgenommen hat, tut mir leid: Er/Sie hat etwas versäumt, das sich nicht nachholen lässt.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.