Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau,

Jesus entgegnete: „Ihr urteilt und verurteilt nach menschlichen Maßstäben; ich verurteile niemand.“        Evangelium nach Johannes 8 , 15

Zum 60. Geburtstag im vergangenen Jahr erhielt ich ein Buch von Peter Ustinov geschenkt, das sich dem Thema „Vorurteile“ widmet. Beim amüsierten Lesen fühlte ich mich jedoch schnell ertappt.

Wie oft fälle ich „von jetzt auf dann“ Urteile über Passanten auf der Straße oder in der U-Bahn. Wie tief sitzen Urteile über Menschen in der Gemeinde und sogar in der Familie. Da heißt es: „Der ändert sich nie!“ Oder: Was willst du von der schon erwarten!“

Ist es eine Entlastung, dass VerhaltensforscherInnen uns sagen, dass wir gar nicht anders können? Dass es lebenswichtig sei, eine Einschätzung meines Gegenübers vorzunehmen, um mich angemessen verhalten zu können?

Wir scheinen also nicht anders zu können und möchten doch selbst von jedermann unvoreingenommen betrachtet werden.

Mein Urteil fälle ich fast immer im Abgleich mit meinen Vorerfahrungen. Durch schlechte Erfahrungen verfinstern sich jedoch unsere Maßstäbe. Güte, Geduld, Weisheit und Humor prägen unsere Betrachtung der Mitmenschen dann selten.

Können wir dieses Verhalten durchbrechen? Nach einigen Jahren intensiver Gemeindeberatung beschloss unsere Tegeler Gemeinde, sich vorzunehmen, nicht mehr in Abwesenheit Dritter negativ über sie zu sprechen, und sich einander zu ermahnen, wenn jemand diese Abmachung ignorieren oder vergessen würde.

Ich fand diesen Beschluss mutig und zukunftsweisend! Zugleich fragte ich mich, woher wir die Kraft nehmen könnten, so zu leben.

Die Bibel zeigt uns da einen schönen Weg: Wir können oben beschriebenes Verhalten tatsächlich durchbrechen, wenn wir uns Jesus Christus zum „Vorbild“ nehmen.

Jesus lebte mit dem festen Vorsatz, gar nicht zu verurteilen und das Urteil Gott zu überlassen. Stattdessen jeden Menschen liebevoll (Agape) zu betrachten.

Diese Betrachtung gründet sich nicht in der Sympathie Menschen gegenüber, sondern in der Demut für Gottes „Idee vom Menschen“.

Nur deshalb, weil Jesus als „wahrer Mensch und Gott zugleich“, also als „Sohn Gottes“ mit ihm verbunden war, konnte er diese Haltung zu seinen Mitmenschen beibehalten, auch wenn er von ihnen oft enttäuscht wurde, wenn er mit Anfeindungen, Schwäche, List und sogar mit Verrat zurechtkommen musste.

Sein Entschluss, jedermann vorurteilslos zu begegnen, hat sich letztendlich als zukunftsweisend erwiesen! Durch diese Haltung haben es Menschen nämlich geschafft, sich wirklich zu verändern. Zu ihren Gunsten und zu Gunsten der Gesellschaft, zu der sie gehörten.

Jeder Mensch sehnt sich danach, so betrachtet zu werden, wie Gott ihn gemeint hat. Wollen wir nicht einmal versuchen, so zu leben?

Herzliche Grüße

Ihr/Euer Pastor Matthias Zehrer

Gebet:

Herr, lass deine Wahrheit uns vor Augen stehn; lass in deiner Klarheit Lug und Trug vergehn. Lass uns in der Stille hören deinen Plan und tun, was dein Wille uns hat kundgetan. Amen

Liselotte Corbach


INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 9. SEPTEMBER 2020: 

Neuigkeiten aus dem Berliner Distrikt, der Norddeutschen Jährlichen Konferenz und der Zentralkonferenz Deutschland:

Es liegen derzeit keine neuen Informationen vor.

Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Kreuzkirche Spandau: 

Es liegen derzeit keine neuen Informationen vor.

Am Sonntag, 13. September laden wir herzlich ein: 

– zum Gottesdienst um 10 Uhr,  

  – zum gemeinsamen Singen im Kirchengarten von 11 Uhr bis 11.15 Uhr sowie

– zum Gottesdienst für Kinder und ihre Eltern um 11.15 Uhr. 

Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Erlöserkirche Tegel: 

Es liegen derzeit keine neuen Informationen vor.

Wir laden herzlich ein:

– zum Bibelgespräch am Donnerstag, 10. September um 19 Uhr und 

 – zum Gottesdienst am Sonntag, 13. September um 10.30 Uhr sowie

– zum anschließenden Singen im Kirchengarten.                                                      

Pastor M. Zehrer                                                                      

Zum Mittwoch, 9. September

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