Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau,

Paulus schreibt: Ich bitte Gott, dass er euch aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit beschenkt und euch durch seinen Geist innerlich stark macht.

Epheserbrief 3,16

Schwan oder Ente?

Nicht weit von unserer Wohnung entfernt, mitten im zauberhaften Waldpark am Steinberg, liegt ein kleiner Teich. Ich bin gerne dort.

Viele Enten unterschiedlicher Arten scheinen da zu wohnen. Ab und zu taucht jedoch auch ein Schwan auf. So sehr ich die kleinen Enten nett und ulkig finde, so strahlt der Schwan doch etwas viel Herrschaftlicheres, Erhabeneres und Würdevolleres auf mich aus.

Nun geht es in diesem Bibeltext, aus dem ich oben zitierte (Epheser 3,14 – 21) freilich nicht um schwimmende Vögel, doch als ich dieses Gebet von Paulus las, erinnerten mich seine Gedanken an das Märchen vom hässlichen Entlein.

Darin geht es um ein Küken, das in einer Entenfamilie ausgebrütet und aufgezogen wird. Aber schnell bemerkt es, dass es irgendwie anders ist. Es sieht anders aus, es lernt langsamer als andere Entenküken, ist tollpatschig.

Natürlich lassen die anderen Küken es das spüren. Und sein Anderssein lässt es traurig und innerlich unsicher werden.

Paulus bittet Gott, uns innerlich zu stärken. Wieso? Weil ihm klar ist, dass ein Leben mit Christus nicht leicht und einfach ist. Denn immer wieder bemerken wir, dass wir doch ein wenig anders ticken als die meisten Menschen um uns herum. Das vermag uns zu verunsichern.

Ich frage mich zum Beispiel oft, ob ich nicht lieber so wie die meisten anderen denken und agieren sollte.

Worum Paulus hier in Vers 16 bittet, beschreibt er in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Rom (8,16) so: „Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind.“

Im Inneren stark sein werden diejenigen, die wissen, zu wem sie gehören und von wem her ihre Identität bestimmt wird.

Als das hässliche Entlein erkennt, dass es in Wahrheit ein Schwan ist und keine Ente, kann es endlich so sein, wie es einem Schwan entspricht. Herrschaftlich, majestätisch, anmutig.

Genau darum bittet Paulus hier, dass wir erkennen, welche „DNA“ eigentlich in uns steckt. Wir sind Kinder Gottes! Wir sind seine Erben! Wir haben Anteil an seiner Zukunft!

Wer in diesem Bewusstsein in den Tag startet, kann anders mit den schönen und schwierigen Herausforderungen des Alltags umgehen.

Also: Schwan oder Ente?

Herzliche Grüße

Ihr/Euer Pastor Matthias Zehrer

AUS DER LOSUNG VOM 22. APRIL

Ich … schloss mit dir einen Bund, spricht Gott, … du wurdest mein.

Prophet Hesekiel 16,8

AUS DEM DAZUGEHÖRIGEN LEHRTEXT

Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder …

Galaterbrief 3,26

INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 22. APRIL 2020

Absagen von übergemeindlichen Veranstaltungen:

– Am 20. April haben die drei Kinder- und Jugendwerke der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland beschlossen, dass bis einschließlich 15. Juni 2020 keine überregionalen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche stattfinden werden.

Absage einer Veranstaltung in der Erlöserkirche Tegel:

– Bezirkskonferenz | 14. Mai (Diese Konferenz wird lt. Superintendent G. Straka zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.)

Weitere Absagen: Siehe INFORMATIONEN ZUM SONNTAG, 19. APRIL!

Pastor M. Zehrer


Zum Mittwoch, 22. April

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