Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau,

“Sie warteten nicht auf seinen Rat.“                                                                                            Psalm 106,13

Das wandernde, hoffende und zugleich zweifelnde Volk Israel kannte Gott wirklich gut. Es traute ihm auch ziemlich viel zu. Denn „der Herr“ hatte sich den Nomaden als mächtiger Wegbereiter gezeigt. Sozusagen als Guide allererster Güte.

Sie kannten auch seine Gebote. Jedes Kind konnte sie hersagen. An Erfahrungen mit ihm und an Wissen über ihn fehlte es ihnen nicht.

Aber – sie warteten nicht auf Gottes Rat, so berichtet es das Alte Testament.

Es hätte ihnen mehr Stille gut getan. Und die Frage: „Wohin führt er uns jetzt?“ Sie brachten es jedoch nicht fertig, auch einmal eine längere Zeit ratlos zu bleiben und auf seine Signale zu warten.

Sie hielten untereinander Rat. Und planten detailliert. Damit war kein Platz mehr für Gottes Möglichkeiten. Unbewusst begingen sie einen weiteren Fehler: Sie erwarteten, dass Gott ihnen auf dem Weg beistehen sollte, den sie selbst für den richtigen hielten.

Von heute her betrachtet, könnte man sagen: Sie hielten sich für klüger als Gott. Ein hohes Maß an Ungeduld verschärfte ihre Lage noch. Wenn Gott sich ihren Plänen nicht anschließen konnte, haderten sie mit ihm.

Verhalten wir uns anders?

Es ist wirklich nicht leicht, auch heute nicht, auf seinen Rat zu warten. Ich kenne das Gefühl, wenn das Herz vorwärts drängt, der Kopf aber nicht weiß, ob das wirklich gut ist.

Im Verlaufe meines Lebens machte ich die Erfahrung, dass Gottes Rat oft(!) ganz anders lautete als meine persönlichen Pläne es vorgezeichnet hatten … Eine solche Erfahrung kann einen tatsächlich dazu verleiten, in bestimmten Situationen gar nicht erst nach Gottes Rat zu fragen.

Da kann es nämlich zu echten Überraschungen kommen: Wir erbitten einen Platz der Ruhe und denken an ein Wellness-Hotel, und er führt uns in die Wüste! Wir sehnen uns nach Frieden, und sein Weg dahin führt durch den Kampf. Wir wollen, um ein Bild zu gebrauchen, die Mauern Jerichos einrennen, er aber lässt uns tagelang nur vor den Mauern der Stadt warten. Wir haben vor, große Dinge zu bewerkstelligen, und er verordnet uns geringe Tätigkeiten. Wir wollen hoch hinaus, und er führt uns in die Tiefe.

Warum? Weil Gott einen ganz anderen Zeitbegriff hat als wir. Er hat so viel Zeit! Wir oft anscheinend gar keine. Wer sich auf seinen Rat einlassen möchte, muss das Warten erlernen. Es währt lt. Bibel oft „bis in die Nacht und wieder an den Morgen“.

Ich finde: Es lohnt sich wirklich, auf seinen Rat zu setzen! Es waren oft so überraschende Ratschläge, die mich ins Staunen versetzten und manchmal richtig fröhlich machten!

Das begriffen glücklicherweise auch etliche der Führungspersonen des wandernden Volkes Israel. Sie riefen es den zweifelnden, murrenden Menschen in einem Satz zu, der zu einem Signal wurde, einem Weckruf, der die meisten wahrhaftig beflügelte: Jenseits der Wüste liegt Kanaan, das gelobte Land!

Liebe Leserin, lieber Leser, Gottes Ratschläge kommen zur richtigen Zeit. Sie haben immer eine gute Zukunft für uns im Blick. Darauf vertraue ich.

Im Neuen Testament finden wir eine ganze Reihe von sogenannten Seligpreisungen. Heute möchte ich eine weitere formulieren:

Selig sind, die auf seinen Rat warten!

Herzliche Grüße

Ihr/Euer Pastor Matthias Zehrer

DIE LOSUNG VOM 19. AUGUST:

Mose sprach zu dem Herrn: Sieh doch, dass dies dein Volk ist.                       2. Buch Mose 33,13

AUS DEM LEHRTEXT:

Paulus schreibt: Gott hat euch berufen …                             2. Brief an die Thessalonicher 2,14 

INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 19. AUGUST 2020: 

(Bitte blättern Sie auch noch einmal zurück zur Andacht am MITTWOCH, 12. AUGUST und lesen Sie die INFORMATIONEN  im Anschluss daran! Sie erfahren dort die neuen Regelungen für das Singen in geschlossenen Räumen sowie die Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in unseren Gemeinden in der Kreuzkirche B-Spandau und in der Erlöserkirche B-Tegel.)

Neuigkeiten aus dem Berliner Distrikt, der Norddeutschen Jährlichen Konferenz und der Zentralkonferenz Deutschland:

Es liegen derzeit keine neuen Informationen vor.

Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Kreuzkirche Spandau: 

Der Neustart der Bibelgespräche erfolgt am Donnerstag, 3. September um 19 Uhr. Sie finden dann in der Regel am jeweils ersten und dritten Donnerstag eines jeden Monats statt.

Am So, 30. August erscheinen die nächsten Gemeindenachrichten – in gedruckter Form und hier auf unserer Homepage.

Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Erlöserkirche Tegel: 

Der Neustart der Bibelgespräche erfolgt am Donnerstag, 27. August um 19 Uhr. Sie finden dann in der Regel am jeweils zweiten und vierten Donnerstag eines jeden Monats statt.

Am So, 30. August erscheinen die nächsten Gemeindenachrichten – in gedruckter Form und hier auf unserer Homepage.                                                      

Pastor M. Zehrer                                                                      

Zum Mittwoch, 19. August

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