Liebe Schwestern und Brüder der Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau,

Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Werft euer Netz an der rechten Bootsseite aus! Dort werdet ihr Fische finden.“

Johannes 21,6

„Ich hab gefischt, ich hab gefischt, ich hab die ganze Nacht gefischt und keinen Fisch erwischt!“ Dann geht der Schlag des „Fischers“ auf eine Hand oder daneben …

Ein Kinderspiel, in dem es um Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Konzentration geht. Dieses Spiel fiel mir ein, als ich die Story vom erfolglosen Fischzug im Neuen Testament der Bibel las. Eine meiner Großmütter hatte es einst mit mir gespielt.

Dieser Fischzug war doch ein echter Reinfall geworden! Ich wäre an Stelle der Jünger ziemlich frustriert gewesen. Sie warteten wohl kurz nach der Auferstehung von Jesus auf sein Zeichen, wie es weitergehen solle, wollten aber die Wartezeit sinnvoll verbringen und kehrten in ihre früheren „weltlichen“ Berufe zurück. Ich hätte dann wieder nach einer Anstellung als Werkzeugmacher gesucht.

Als erfahrene Fischer wussten sie, dass man sich in diesem Job ganz selbstverständlich die Nächte um die Ohren schlug. Aber trotz ihrer Geduld und Mühe hatten sie keinen Fisch erwischt.

Nachdem sie nun müde und vermutlich enttäuscht nach vergeblicher Nachtarbeit in Richtung Ufer fahren, ruft ihnen von dort jemand zu, wie sie doch noch Erfolg haben könnten.

Ich kenne Leute, auf deren „fachmännischen“ Rat ich eher nicht hören würde. Die Fischer lassen sich jedoch darauf ein. Warum? Das muss schon jemand mit einer besonderen Ausstrahlung und Autorität gewesen sein.

Dabei haben sie Jesus zuerst nicht einmal erkannt. Erst der unerwartete Erfolg öffnet Johannes die Augen. Er hatte schon immer einen besonderen Draht zu seinem Meister.

Deswegen vertraut Petrus seinem Kameraden auch sofort, streift sein Obergewand über und springt ins Wasser, um Jesus entgegenzueilen.

Als alle Jünger am Ufer ankommen, brät schon Fisch auf einem Feuer.

Wozu dieses ungewöhnliche Fischfangerlebnis? Und was hat das mit uns, mit mir zu tun?

Ich frage mich: Wäre ich bereit, einer Aufforderung von Jesus selbst dann Folge zu leisten, wenn sie mir unsinnig erschiene oder eine Zumutung wäre?

Der Schauspieler Chris Pratt berichtete darüber in einem Interview: Bevor er in Hollywood Karriere machte, saß er oft auf Hawaii vor Supermärkten und wartete darauf, dass Freunde vorbeikämen, um ihm Alkohol mitzubringen.

Eines Tages sprach ihn ein Fremder an und lud ihn ein, ihm in eine nahe Kirche zu folgen. Nach einigem Zögern folgte er der Aufforderung. Der Fremde betete für ihn, segnete ihn, verabschiedete sich und ging.

Noch in der Kirche beschloss der sprachlose, beeindruckte Pratt, sein Leben bewusst mit Christus zu verbinden und stand fortan zu seinem Entschluss, den er Jahre später als den besten seines Lebens bezeichnete.

Den Fremden sah er nie wieder.

Liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht werden Sie ja demnächst eine ähnliche Situation erleben? Halten Sie die Augen offen und folgen Sie Ihrem Herzen!

Gott segne und behüte Sie, schenke Ihnen ein klopfendes Herz und den Mut, aufzubrechen.

Herzliche Grüße

Ihr/Euer Pastor Matthias Zehrer

Die LOSUNG VOM 15. APRIL

Der Herr, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt.

5. Mose 2,7

DER DAZUGEHÖRIGE LEHRTEXT

Paulus schreibt: In allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

2. Korinther 6,4.10
Zum Mittwoch, 15. April

Ein Kommentar zu „Zum Mittwoch, 15. April

  • 15. April 2020 um 16:55
    Permalink

    Lieber Matthias,
    vielen Dank für deine Andacht und die Geschichte über Chris Pratt. Ich wünsche mir auch so jemand zu sein, der andere segnet und vielleicht sogar bekehrt. Aber vielleicht können wir uns in der jetzigen Situation ganz besonders darum bemühen, Ruhe und Zuversicht auszustrahlen, freundlich und geduldig zu sein, auf den lebendigen Gott hinzuweisen, der uns auch in dieser schwierigen Zeit nicht allein lässt. Ich will es versuchen.
    Ihr alle: Gott befohlen, bleibt gesund und zuversichtlich!
    Angelika, Tegel

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