Zum Mi, 14. April 2021

(BITTE LESEN SIE AUCH DIE INFORMATIONEN IM ANSCHLUSS AN DIESE ANDACHT!)

Liebe Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau!

“Sie warteten nicht auf seinen Rat.“       Psalm 10, 13

Das wandernde, hoffende und zugleich zweifelnde Volk Israel kannte Gott wirklich gut. Es traute ihm auch ziemlich viel zu. Denn „der Herr“ hatte sich den Nomaden als mächtiger Wegbereiter gezeigt. Sozusagen als Guide allererster Güte.

Sie kannten auch seine Gebote. Jedes Kind konnte sie hersagen. An Erfahrungen mit ihm und an Wissen über ihn fehlte es ihnen nicht.

Aber – sie warteten nicht auf Gottes Rat, so berichtet es das Alte Testament.

Es hätte ihnen mehr Stille gut getan. Und die Frage: „Wohin führt er uns jetzt?“ Sie brachten es jedoch nicht fertig, auch einmal eine längere Zeit ratlos zu bleiben und auf seine Signale zu warten.

Sie hielten untereinander Rat. Und planten detailliert. Damit war kein Platz mehr für Gottes Möglichkeiten. Unbewusst begingen sie einen weiteren Fehler: Sie erwarteten, dass Gott ihnen auf dem Weg beistehen sollte, den sie selbst für den richtigen hielten.

Von heute her betrachtet, könnte man sagen: Sie hielten sich für klüger als Gott. Ein hohes Maß an Ungeduld verschärfte ihre Lage noch. Wenn Gott sich ihren Plänen nicht anschließen konnte, haderten sie mit ihm.

Verhalten wir uns anders?

Es ist wirklich nicht leicht, auch heute nicht, auf seinen Rat zu warten. Ich kenne das Gefühl, wenn das Herz vorwärts drängt, der Kopf aber nicht weiß, ob das wirklich gut ist.

Im Verlaufe meines Lebens machte ich die Erfahrung, dass Gottes Rat oft ganz anders lautete als meine persönlichen Pläne es vorzeichneten. Eine solche Erfahrung kann einen tatsächlich dazu verleiten, in bestimmten Situationen gar nicht erst nach Gottes Rat zu fragen.

Da kann es nämlich zu echten Überraschungen kommen: Wir erbitten einen Platz der Ruhe und denken an ein Wellness-Hotel, und er führt uns in die Wüste! Wir sehnen uns nach Frieden, und sein Weg dahin führt durch den Kampf. Wir wollen, um ein Bild zu gebrauchen, die Mauern Jerichos einrennen, er aber lässt uns tagelang nur vor den Mauern der Stadt warten. Wir haben vor, große Dinge zu bewerkstelligen, und er verordnet uns geringe Tätigkeiten. Wir wollen hoch hinaus, und er führt uns in die Tiefe.

Warum? Weil Gott einen anderen Zeitbegriff hat als wir. Er hat viel Zeit! Wir oft anscheinend gar keine. Wer sich auf seinen Rat einlassen möchte, muss das Warten erlernen. Es währt lt. Bibel oft „bis in die Nacht und wieder an den Morgen“.

Ich finde: Es lohnt sich wirklich, auf seinen Rat zu setzen! Es waren oft so überraschende Ratschläge, die mich ins Staunen versetzten und manchmal richtig fröhlich machten!

Das begriffen glücklicherweise auch etliche der Führungspersonen des wandernden Volkes Israel. Sie riefen es den zweifelnden, murrenden Menschen in einem Satz zu, der zu einem Signal wurde, einem Weckruf, der die meisten wahrhaftig beflügelte: Jenseits der Wüste liegt Kanaan, das gelobte Land!

Gottes Ratschläge kommen auch heute zur richtigen Zeit. Sie haben für uns stets eine gute Zukunft im Blick.

Herzliche Grüße

Ihr Pastor Matthias Zehrer


INFORMATIONEN AM MITTWOCH, 14. April 2021: 

Inhaltsverzeichnis:  

1. Neuigkeiten aus dem Berliner Distrikt, der Norddeutschen Jährlichen Konferenz und der Zentralkonferenz Deutschland 

2. Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Erlöserkirche B-Tegel 

3. Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Kreuzkirche B-Spandau

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1. Neuigkeiten aus dem Berliner Distrikt, der Norddeutschen Jährlichen Konferenz und der Zentralkonferenz Deutschland:

Es liegen keine neuen Informationen vor.

2. Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Erlöserkirche B-Tegel: 

Am Palmsonntag, 28. März 2021 beschloss der Bezirksvorstand, aufgrund der derzeit wieder schnell steigenden Inzidenzwerte die Präsenz-Gottesdienste in der Erlöserkirche ab sofort wieder auszusetzen.

Für die Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste wurde Sonntag, 2. Mai anvisiert. Ob dieser Termin gehalten werden kann, lesen Sie am Mittwoch, 28. April hier an dieser Stelle.

Auch weiterhin können Sie auf unserer Homepage an jedem Mittwochmorgen eine Andacht lesen und an jedem Sonntagmorgen an einem Hörgottesdienst teilhaben.

Die diesjährige Bezirkskonferenz am Mittwoch, 19. Mai um 19 Uhr soll als Präsenztagung in der Erlöserkirche stattfinden (Stand: 14. April).

3. Neuigkeiten aus der Gemeinde in der Kreuzkirche B-Spandau: 

In der Woche vor Palmsonntag, 28. März, beschloss der Bezirksvorstand, aufgrund der derzeit wieder schnell steigenden Inzidenzwerte die Präsenz-Gottesdienste in der Kreuzkirche weiterhin auszusetzen.

Er folgte damit einer dringenden Empfehlung der Superintendenten der Norddeutschen Jährlichen Konferenz.

Für die Wiederaufnahme der Präsenz-Gottesdienste wurde Sonntag, 2. Mai anvisiert. Ob dieser Termin gehalten werden kann, lesen Sie am Mittwoch, 28. April hier an dieser Stelle.

Auch weiterhin können Sie auf unserer Homepage an jedem Mittwochmorgen eine Andacht lesen und an jedem Sonntagmorgen an einem Hörgottesdienst teilhaben.

Die diesjährige Bezirkskonferenz am Donnerstag, 20. Mai um 19 Uhr soll als Präsenztagung in der Kreuzkirche stattfinden (Stand: 14. April).


Zum Mi, 7. April 2021 

Liebe Gemeinden in der Erlöserkirche Berlin-Tegel und in der Kreuzkirche Berlin-Spandau!

Seine Brüder sagten zu Jesus: „Wenn jemand bekannt werden möchte, versteckt er sich nicht. Wenn du schon solche Taten vollbringst, dann sorge auch dafür, dass alle Welt davon erfährt!“       Evangelium nach Johannes 7, 4

Die Brüder von Jesus irren sich. Sie denken, wenn er der Messias ist, dann soll er das auch durch wunderbare Taten zeigen.

Viele Menschen irren sich meines Erachtens heute noch genauso. Sie denken, wenn Jesus >Gottes Sohn< ist, dann soll er sie heilen, ihnen Sicherheit geben, ihr Leben gelingen lassen, sie glücklich machen und diejenigen, die sich zu ihm bekennen und „seinen Namen tragen“ vor dem derzeit sich immer wieder neu pandemisch ausbreitenden Virus und seinen Mutationen bewahren…

Doch Jesus versteht sich nicht als wunderbarer Zauberer und mächtiger Herrscher eines irdischen Reiches. Seine Mission ist anders. Deshalb geht er nicht nach Jerusalem, nur weil seine Brüder das jetzt gerade für richtig halten.

Das (für mich) Schöne ist, dass er schließlich doch losgeht und dort in der Stadt so viel Gutes tut, dass sich viele Menschen einfach nur wundern.

Er kommt auch heute nicht, weil er herbeizitiert wird, sondern weil er selbst es für richtig hält. Und er tut auch nach wie vor nicht genau das, was die Menschen von ihm erwarten, sondern er handelt anders: auf eine stille Weise, nicht spektakulär. Zumindest so und nur so habe ich ihn zeitlebens kennengerlernt.

Er tritt mit seinen Menschen in einen persönlichen Kontakt und kümmert sich um sie in ganzheitlicher Weise: um ihren Geist, ihre Seele und ihren Leib. Weil sie ihm wichtig sind.

Um Menschen Gutes zu tun, riskiert er sogar dort in Jerusalem sein Leben.

Auch Ihnen will er so nahe kommen, liebe Leserin, lieber Leser! Leise und auf eine Art, die staunend entdeckt werden will. Sie erschließt sich nicht so ohne Weiteres.

Meine Erfahrung ist: Ich muss mich für seine unkonventionelle Art öffnen und bereit sein, von ihm überrascht zu werden.

Ich finde, es lohnt sich.

Herzliche Grüße 

Ihr Pastor Matthias Zehrer